Dokumentationsstelle für Dortmunder Kirchengeschichte ::
Ausstellungstext

zurück zu Ausstellungen

Dreikönigsgemeinde Dortmund-Nordstadt.
Katholiken auf dem Weg in die Zukunft

Lebendige Kirche muss sich immer den Herausforderungen der Gegenwart stellen und dabei auch
zukünftige Entwicklungen im Blick haben. In Dortmund wurde diese Forderung beispielsweise vor mehr
als 150 Jahren verwirklicht, als Industriearbeiter aus verschiedenen deutschen Landesteilen,
z. T. auch aus Polen, in den neu erbauten Kirchengebäuden einen würdigen Ort für ihre Gottesdienste
erhielten; die Kirchen wurden nach den damaligen Kunstvorstellungen errichtet und mit
hervorragenden Kunstwerken, oft als Stiftungen, ausgestattet.
Die Zuwanderer fanden in den neu gegründeten Gemeinden, in deren sozialen Einrichtungen wie
Krankenstationen, Kindergärten und in den sich im „Vereinshaus“ zusammenfindenden Vereinen eine
neue Heimat. Brennpunkte dieser Entwicklung waren besonders die Kirchen der Dortmunder Nordstadt,
z. B. St. Joseph (ab 1890), St. Dreifaltigkeit, St. Aposteln (ab 1900).
Das sich schon seit ca. 1860 entwickelnde „katholische Milieu“ (Krankenhäuser, Waisenhäuser, Schulen, Vereine)
wurde so weiter ausgebaut.

Ehemaliges erstes Vereinshaus in Dortmund:
„Vincenzhaus“ der Josefsgemeinde, Heroldstr. 13;
Eröffnung 1897, ab 1915 Namensänderung in „Vereinshaus St. Josef “. Heutiger Zustand als IN-VIA-Bildungshaus.


Welchen Herausforderungen muss sich
eine lebendige Kirche heute stellen?

Am 10.01. 2016 wurde die Pfarrei „Heilige Drei Könige“ in der Dortmunder Nordstadt gegründet,
wozu zunächst sieben, später sechs ehemalige Gemeinden gehörten.
Die Ausstellung möchte diese Pfarrei mit ihren vielfältigen Ausprägungen und Aufgaben vorstellen.
Dabei vermittelt die Ausstellung einerseits einen kurzen Blick in die Vergangenheit der Gemeinden:
Die Kirchengebäude als Baudenkmäler mit ihren wertvollen Kunstschätzen sowie die in der
Vergangenheit entstandenen pastoralen Schwerpunkte der einzelnen Gemeinden bilden daher einen
Aspekt der Ausstellung.
Zum anderen kommen auf den neuen Pastoralen Raum auch neue Aufgaben hinzu wie z. B. Probleme der
Migration, der Wohnungslosigkeit, der Zunahme der Armut. Bei diesen und weiteren zukünftigen
Entwicklungen kann die Pfarrei auf Erfahrungen zurückgreifen, die in der Vergangenheit gemacht
werden konnten.

Eine einführende Stellwand informiert den Besucher über die Ausdehnung der aus zwei
Pastoralverbünden (1.12. 2001 Fredenbaum; 1.5. 2003 Nordstadt-Ost)
entstandenen Dreikönigsgemeinde sowie über die ihr zugehörigen Kirchengebäude im Dortmunder Stadtplan

Auffällig ist das neue Logo der Gemeinde:
Das von Anna Hellmann und Madeline Rasche
erstellte Logo erinnert in seinen Blautönen
an Treue, Reinheit, Wasser (der Taufe) und Himmel;
es weist so auf die Vollendung des Menschen in Gott hin.
Aus den sechs Gemeinden, die mit sechs Kirchtürmen dargestellt sind,
entsteht die Pfarrei Heilige Drei Könige.
Ein Stern als Kreuz zeigt das Ziel des Christen an,
zwölf weitere Sterne deuten das Volk Israel und die Kirche an.


Das Patronat „Erscheinung des Herrn“ will mit den drei Magiern auf die besonderen sozialen
Verhältnisse der Pfarrei anspielen: Zusammenleben verschiedener Generationen mit Menschen aus
vielen Nationen auf einem Weg als Pilger. Dieser Gedanke wird durch die Präsentation einiger wich-
tiger Sozialdaten aus der Pastoralvereinbarung verdeutlicht, die perspektivisch neue
Herausforderungen für die Gemeinde darstellen.

Die Vitrinen 1 bis 6 widmen sich jeweils einer früheren Kirchengemeinde: Aus der Vergangenheit
erscheinen Daten zum Kirchbau und zur Gemeindegründung sowie jeweils eine Abbildung und
Beschreibung eines kunsthistorischen Kleinods der Kirche, das mit anderen Kunstwerken für die
Zukunft bewahrt werden sollte. Die Gegenwart zeigt sich in der Nennung von Schwerpunkten, die sich
in den Gemeinden gebildet haben, fortbestehen und ausgebaut werden: Vereine, Dienste,
Einrichtungen, Projekte. Aktuelle Materialien geben Zeugnis von den jeweiligen Schwerpunkten.

Besondere pastorale Angebote der Dreikönigspfarrei werden in Vitrine 7 angesprochen.

Die abschließende Stellwand zeigt, dass die Pfarrgemeinde darüber hinaus Dienste für die Stadt
leistet: Ausländerbetreuung, Kirche für die Armen, Kinder- und Jugendarbeit sowie Stadtteilarbeit
und ihre Vernetzung mit anderen Institutionen in der Stadt.

Eine Pressemappe mit aktuellen Berichten lädt zum Lesen ein, in ein Gästebuch können die Besucher
Meinungen und Anregungen eintragen.

Nach Rücksprache stehen Mitarbeiter(innen) der Dokumentationsstelle für Führungen zur Verfügung.

Konzept, Gestaltung, Texte: Prof. Dr. Dieter Höltershinken, Herbert Schnier, Brigitte Spieker.
Fotos, Plakate, graphische Gestaltungen: Rolf-Jürgen Spieker.
Besonderer Dank an Pfarrer Ansgar Schocke.

Weitere Informationen und Vereinbarungen über Führungen über die Dokumentationsstelle,
Propsteihof 10, 44137 Dortmund.

Öffnungszeiten der Dokumentationsstelle:
mittwochs 10 bis 12 Uhr und nach Vereinbarung,
Tel.: 0231/ 1848-324.
E-mail: dokumentationsstelle@kath-centrum.de.
Website: www.doku-kirchengeschichte-dortmund.de.

Fotonachweise: Dokumentationsstelle für Dortmunder Kirchengeschichte

zurück zu Ausstellungen